Dienstag, 9. Februar 2010

Superbowl XLIV

Der Superbowl XLIV ist Geschichte. Und wieder einmal wurde Geschichte geschrieben. 80.000 Zuschauer. 106,5 Millionen Menschen vor der Flimmerkisten allein in den USA.

Auf der einen Seite die Indianapolis Colts, zweimaliger Superbowl Sieger mit Payton Manning, einer der größten Quarterbacks unserer Zeit. Die Colts, die in der Regular Season die ersten 15 (von insgesamt 17) Spielen gewonnen haben. Klarer Favorit auf die Vince Lombardi Trophy.



Auf der anderen Seite die New Orleans Saints. Die heiligen Jungfrauen was den Superbowl betrifft, reisten nach Miami mit der Last einer ganzen von Hurrikan Katherina gebeutelten Stadt. Sogar President Obama sympatisierte mit den Saints, auch wenn er auf die Colts tippte. So viel Hoffnung. So viel Verantwortung. Zu viel?



Nun, rückblickend kann man diese Frage verneinen. Die Saints haben die Colts mit 31:17 besiegt. Dabei sah es am Anfang eher danach aus, dass die Indys relativ rutiniert den dritten Ring einsacken würden.



Payton Manning aka Die Wurfmaschine legte los wie die Feuerwehr. Es hagelte First Downs. Das Defensive Team der Saints konnte kein Gegenmittel finden, um die Offensive zu stoppen. Kurios dabei: Die Colts überzeugten mit einem sehr guten Laufspiel, obwohl sie in der Regular Season damit nur durchschnittlich 80 Yards Raumgewinn erzielen konnten. Doch die ersten Punkte erzielte Matt Stover mit einem 38 Yards Field Goal. Der Touchdown sollte aber nicht lange auf sich warten lassen und so führten die Colts aus Indiana nach den ersten 15 Minuten mit 10 Punkten. Bis Dato gab es nur ein Team, dass im Superbowl einen solchen Rückstand aufgeholt und dann gewonnen hat (Die Washington Redskins im Jahr 1988: 42:10 gegen die Denver Broncos).



Im zweiten Viertel wurden die Saints dann allerdings wach, ohne aber große Erfolge zu verbuchen. Zwar kam das Team tief bis in die andere Hälfte, aber ein Lauf bis in die Endzone blieb ihnen verwehrt. Also durfte Garrett Hartley zweimal aufs Feld und mit beachtlichen Field Goals den Rückstand auf 6:10 verkürzen.



Um das Momentum auf Seiten der Saints zu ziehen, musste Coach Sean Payton irgendwas aus dem Hut zaubern. Und das Tat er. Während das Offense Team der Colts schon an der Seitenlinie stand und darauf wartete, endlich wieder das Spielfeld betreten zu dürfen, führten die Saints kurzerhand einen Onside-Kick aus, der ihnen den Ballbesitz sicherte. Das Stadion rastete aus.



Und dann gings los: Die Saints drückten auf die Tube. Ein 16-Yard-Pass von Drew Brees auf Pierre Thomas brachte dann sogar die Führung. Die hielt aber nicht lange. Mit einem schönen Lauf konnte Joseph Addai die Verhältnisse wieder zurecht rücken. Ein weiteres Field Goal von Hartley auf Seiten der Saints verkürzte den Spielstand auf umgehend 16:17. Es ging ins Schlussviertel.



Als dann noch Matt Stover einen 51 Yards Field Goal Versuch versemmelte, herrschte Ausnahmezustand im Stadion der Miami Dolphins. Für Drew Brees gab es kein halten mehr: Seine Pässe fanden immer einen Empfänger. So auch knapp sechs Minuten vor Schluss, als er einen kurzen Pass zu Jeremy Shockey warf, der die Pille in die Endzone trug. Nach erfolgreicher Two-Point Conversion lagen die heiligen aus New Orleans auf einmal mit sieben Punkte vorne. Doch von einer Entscheidung war noch nicht zu sprechen, schließlich war Payton Manning wieder am Zug.



Und der machte ordentlich Meter. In Handumdrehen war sein Team wieder tief in der gegnerischen Hälfte. Dann kam es aber richtig knüppeldick: Der bis dahin fehlerfreie Starquarterback wollte einen Pass auf den Wide Receiver Reggie Wayne werfen. Allerdings kam der Pass nie an: Cornerback Tracy Porter griff das Ding ab, rannte über das ganze Feld und sorgte so für die Entscheidung. Die Saints gewinnen den Superbowl. Beim ersten Versuch. Trotz Rückstand. Die ganze Last verpufft sofort.



New Orleans kann wieder feiern. Katherina ist vergessen. Der Stolz ist zurückgekehrt. Drew Brees darf sich nun stolz Finals MVP nennen. Zurecht. Aber man sollte nicht den Trainer der Saints Sean Payton vergessen, der durch riskante Entscheidungen maßgeblich am Erfolg seines Teams beitrug.



Die New Orleans Saints sind nicht nur die Sieger der Herzen, sondern auch des Superbowls XLIV. Und das mit Recht. WHO DAT!